Pressemitteilung zu der Evakuierungsaktion am Niebuhr‐Hochhaus

Mit einer spektakulären Aktion haben Aktivist_innen der Initiative „S.O.S. St. Pauli“ am Freitagvormittag auf die Situation in dem Niebuhr Hochhaus (Reeperbahn 157) auf St. Pauli aufmerksam gemacht. Zur Unterstützung der Mieter_innen des sogenannten Niebuhr‐Hochhauses evakuierte die Initiative die Reeperbahn rund um das Gebäude. Während der Bürgersteig mit Absperrband gesichert wurde, quoll allmählich immer mehr Rauch aus dem Hauseingang. Inmitten der Nebelschwaden tauchte eine große „Gifttonne“ auf. Mit Megafon‐Durchsagen und durch Personen in weißen Schutzanzügen wurden Anwohner_innen und Besucher_innen darauf aufmerksam gemacht, dass sie sich in einer mit Asbest, PCB, KMF (WHO) und schwermetallhaltigen Anstrichen verseuchten Zone befinden und gebeten, das Gebiet zum Schutz der eigenen Gesundheit zu verlassen.

Mit der Aktion soll der Forderung nach einem Gefahrstoff‐Kataster Nachdruck verliehen werden. Eine Sprecherin der Initiative sagte hierzu: „Die rücksichtslose Art der Eigentümer Excelsior, Informationen zurückzuhalten, die Bauzeitraum, Renovierungsumfang sowie die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken betreffen, verunsichert die Bewohner_innen aufs Äußerste. Wir müssen davon ausgehen, dass dieses Spiel mit der Angst vom Eigentümer bewusst in Kauf genommen wird, um die bisherigen Mieter_innen aus dem Haus zu verdrängen und die so freiwerdenden Wohnungen gewinnbringend in Eigentumswohnungen umzuwandeln oder teuer neu zu vermieten.“

Es erscheint absurd, wenn man von den Problemen der Aspest‐Belastung erfährt, doch die Mieten im Niebuhr‐Hochhaus sind in den letzten Jahren explodiert. Die Mieter_innen sehen sich einer Verdrägungspolitik ausgesetzt, die Mieten werden in die Höhe getrieben und Mietwohnungen werden in Eigentumswohnungen umgewandelt. Aus dem ehemaligen “Todes‐Turm” und “Nutten‐Bunker” ist in kürzester Zeit ein lukratives Wohnhaus geworden (vgl. Mopo vom 16.6.2011)
Bereits jetzt werden luxussanierte Mietwohnungen im Niebuhr‐Hochhaus für bis zu 29 Euro/m² brutto vermietet, Eigentumswohnungen mit über 5.000 Euro/m² verkauft.

Bündnis „S.O.S. St. Pauli“ | Hamburg,14.09.2012

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