ESSO-Häuser: Tag X – St. Pauli wird laut

Tag X Kampagne gestartet!

Am Tag X, wenn die ersten Bagger rollen und die Bayerische Hausbau mit dem Abriss beginnen will, soll es laut werden auf St. Pauli.

„St. Pauli selber machen!“ ruft für den Tag X um 19 Uhr zu einer spontanen Lärmdemonstration um 19 Uhr an den ESSO-Häusern auf.

Kommt alle, bringt Kochtöpfe, Trillerpfeifen, und andere Lärmgegenstände mit.

Kein Abriss ohne Garantien!

Zwar bewegt sich die Politik zurzeit schon in unsere Richtung. Allein rechtlich-verbindlich ist noch nichts garantiert.

Wir fordern:

  •  vertragsbewehrten Garantien für Läden und BewohnerInnen der ESSO-Häuser, zu den bisherigen (oder besseren) Kondition zurückkehren zu können.
  • 100% Sozialwohnungen, eine öffentlich-genossenschaftliche Lösung sowie eine verbindliche und durchsetzungsfähige Beteiligung des Stadtteils an der Planung.

Tag X | 19 Uhr | Lärmdemo – St. Pauli wird laut!

Ein Zittern. 5 Minuten zum Packen. Evakuierung.

SOS St. Pauli Demonstrationsaufruf 21.12.2013

 

…14 Stunden später stehen sie vor den laufenden Kameras der Presse: Bezirksamtsleiter Andy Grote und Bayerische Hausbau Manager Taubenberger. 14 Stunden nach einer polizeilichen Räumung ohne Beispiel. 14 Stunden nachdem offenbar geworden ist, dass die herausgezögerte Sanierung der Häuser Menschenleben aufs Spiel gesetzt hat. 14 Stunden danach: der SPD Politiker und gelernte Anwalt Grote steht im Erdgeschoss der “Tanzenden Türme” und widerspricht nicht, als dem Esso-Häuser-Vermieter diese Worte über die Lippen kommen: “An geldliche Entschädigung oder ähnliches ist nicht gedacht”.

 

Verantwortung im Lande des TÜVs

 

Die Bayerische Hausbau ist seit dem Kauf der Häuser juristisch verantwortlich für ihren jetzigen Zustand, denn sie hat neben Grundstück und Gebäuden, auch die Pflicht zur Behebung des Sanierungsstaus miterworben. Dabei spielt keine Rolle, was der Vorbesitzer unterlassen hat. Auch nicht, dass die Hausbau von vornherein auf Abriss spekuliert hat: Gewohnt, den roten Amigo-Teppich ausgerollt zu bekommen, wollte sich der bayerische Immobilienriese von vornherein am wachsenden Immobilienmarkt Hamburgs platzieren und hat für 18,9 Millionen das Grundstück gekauft – ein Preis, der sich damals schon nur deshalb gerechnet hat, weil man auf Abriss und extreme Nachverdichtung mit hochpreisigen Miet- und Eigentumswohnungen spekuliert hat. In der Heimat der Bayerischen Hausbau ist man es gewohnt, dass Bebauungspläne mal eben geändert werden … Weiterlesen

Statement von S.O.S. St. Pauli zum geplanten Busines Improvement District (BID) Reeperbahn

Statement von S.O.S. St. Pauli zum geplanten BID Reeperbahn 

Wir sind hier nicht in Disneyland! 

Durch die Einrichtung eines Business Improvement Districts sollen die Reeperbahn  und Teile angrenzender Straßen den privaten Grundbesitzer_innen zur Gestaltung  und Verwertung überantwortet werden. Wir sagen: St. Pauli lässt sich nicht wie ein  Einkaufszentrum managen! Und aufgepasst: Es geht beim BID auch nicht einfach um  sauberere Gehwege und ein bisschen weniger Pipigeruch. Dass wir uns hier nicht falsch verstehen, niemand findet Pissegestank und Touristenkotze geil, aber die Lösung solcher  Probleme gehört in die öffentliche Hand und darf kein Argument für die Privatisierung  öffentlichen Raumes sein.   Weiterlesen

Rudolf-Lodders Preis 2012: Intervention von SOS-St.Pauli und Esso-Häuser-Ini

Die Stimmung in der Akademie der Künste war an diesem warmen Frühsommerabend gedrückt: Jungarchitekten waren aus ganz Deutschland angereist um Preise und Anerkennung entgegen zu nehmen, für ihre Neubeplanungen der Esso Häuser am Spielbudenplatz. Doch die Hälfte der BesucherInnen war nicht gekommen, um Beifall zu Spenden: BewohnerInnen der Häuser und Kritiker der Gentrifizierung aus dem Recht auf Stadt Netzwerk. Bereits im Vorfeld war scharfe Kritik an der “Investorenfreundlichen Ausschreibung” laut geworden (“Scheiß auf den Kontext” hatte SOS-St.Pauli die Haltung der Architekten beschrieben). Die Veranstaltung geriet zur Nachhilfestunde in Sachen Urbanismus, bottom-up-Planung und Image-City-Politik. Eine Professorin verlieh den alternativen Preis (“goldener rettungsring”) an die Wunschproduktion der BewohnerInnen. Besucher kommentierten die Entwürfe mit Pinkfarbenen PostIts, die von der neuen Gruppe Anonymous Architects in Umlauf gebracht wurden. SOS-St.Pauli dokumentiert das AA-Flugblatt.: Weiterlesen